VAAM-Innovationspreis

Die VAAM schreibt zur Stärkung der mikrobiologischen Forschung in der Industrie alle 2 Jahre den VAAM-Innovationspreis aus.

Er wird an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler (bis 10 Jahre nach der Promotion) in Industrieunternehmen bevorzugt mit deutschem Forschungsstandort (Start-Up, KMU oder Groß-Industrie) vergeben, die herausragende innovative wissenschaftliche Arbeiten aus der industriellen Forschung oder der industriellen Entwicklung im Bereich Mikrobiologie vorweisen können. Idealerweise resultieren die Erkenntnisse in neue Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren.

Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Vorschlagsberechtigt sind Vertreter und Vertreterinnen von Industrie, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Eigenbewerbungen werden nicht entgegengenommen.

Über die Vergabe des Preises entscheidet eine Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der Industrie und Academia, die vom Präsidium der VAAM eingesetzt wird. Die Verleihung findet im Rahmen der entsprechenden VAAM-Jahrestagung statt.

Die vollständigen Vorschlagsunterlagen reichen Sie bitte digital bis zum 31.12. des jeweiligen Jahres beim Präsidenten/in der VAAM ein.

Den Vorschlägen sind folgende Unterlagen beizufügen:

  • Aussagekräftige Begründung des Vorschlagenden (mit expliziter Benennung der Innovation und des Beitrags des Vorgeschlagenen)
  • Publikations-/Patentliste des Vorgeschlagenen (relevante Auswahl beifügen)
  • Lebenslauf des Vorgeschlagenen mit wissenschaftlichem Werdegang

VAAM-Innovationspreis 2021

Der VAAM-Innovationspreis wurde im Rahmen der VAAM-Jahrestagung 2021 erstmalig verliehen, erste Preisträgerin ist die Mikrobiologin Dr. Birgit Hoff/ BASF SE, Ludwigshafen. Sie wurde für ihre Arbeiten zur erhöhten Produktion von Vitamin B2 in dem Pilz Ashbya gossypii durch Einsatz moderner molekularbiologischer Methoden ausgezeichnet.

Zur Aufzeichnung der Preisverleihung und Vortrag

Mit modernen Methoden gelang es der Wissenschaftlerin, den Pilz Ashbya gossypii für die industrielle Produktion des Vitamins B2 zu optimieren.

Vitamin B2 (Riboflavin) benötigt der Körper für zahlreiche Stoffwechselvorgänge. Als Zusatzstoff für Lebens- und Futtermittel und natürlicher gelber Farbstoff ist das Vitamin von hohem industriellen Interesse. Birgit Hoff gelang es, den Pilz Ashbya gossypii durch Einsatz moderner molekularbiologischer Methoden zur erhöhten Produktion von Vitamin B2 anzuregen. Voraussetzung dafür war die Aufklärung des Riboflavin-Stoffwechsels und seiner komplexen Regulation. Durch gezielte genetische Veränderungen (rationales Stammdesign) steigerte Hoffs Team die Produktausbeute. Die entsprechend optimierten Pilzstämme werden heute zur kommerziellen Produktion von Vitamin B2 eingesetzt, das mittlerweile ausschließlich durch biotechnologische Verfahren hergestellt wird. „Dies ist viel nachhaltiger als die chemische Synthese,“ betont Hoff: „Die CO2-Emissionen sind fast ein Drittel geringer, und es werden keine gesundheitsschädlichen Chemikalien mehr benötigt“.

Darüber hinaus erforscht Hoff die biotechnologische Herstellung von Wirkstoffen aus Pilzen und Bakterien, etwa Herbizide und Insektizide. „Sie verbindet auf höchstem Niveau wissenschaftliche Arbeit mit anwendungsorientierten Fragestellungen“, lobt das Preiskomitee. 23 wissenschaftliche Veröffentlichungen und 15 Patentschriften dokumentieren ihre im Industriebereich äußerst beachtlichen Forschungserfolge. „Hoff hat in außergewöhnlichem Maße dazu beigetragen, die Mikrobiologie als feste Größe in der chemischen Industrie zu etablieren“, betont VAAM-Präsidentin Christine Lang.